Jaroslaw Miernik - Fotografie

Kunstaktivitäten in Krapkowice

Galerie "Studnia"

Das Oderhochwasser 1997 war die größte bekannte Flut der Oder. Überschwemmungen an den Flussläufen verursachten im Juli und August schwere Schäden in Polen, leider auch in meinem Geburtsort Krapkowice. Dass die Katastrophe zu diesem Zeitpunkt neue Wege für die Kunstszene in der Stadt geebnet hat, konnte man damals noch nicht ahnen.

Die halbe Stadt stand damals wochenlang unter Wasser. Vieles wurde dadurch auch zerstört.

Unter anderem auch die historische Wassermühle am Schloss, wo von 1852 bis zur Katastrophe das Mehl hergestellt wurde. Auf Grund der großen Schäden, die das Wasser angerichtet hat, wurde die Schlossmühle an einen Privat-Investor verkauft.

Mit sehr viel Mühe und Herz fürs Detail wurden aus den alten Gemäuern ein stilvoll eingerichtetes Restaurant und Hotel ( http://www.zamkowymlyn.pl/ ).

Auch die Kunstszene der Stadt, dank des neuen Besitzers Rudolf Wojtala, der mit Kunst und Künstlern sehr offenherzig umgeht, hat bei all den Geschehnissen profitiert.

Die Vereinigung der Künstler und Interpreten „Pasja“ darf seit Mai des Jahres (2014) einige stilvolle Räumlichkeiten im Wirtschaftshaus der Mühle ihre eigenen nennen.

Mit vereinten Kräften hat man mit Aufräum- und Renovierungsarbeiten begonnen. Dabei sind die Mitglieder der Vereinigung direkt vor dem Eingang in

die zukünftige Galerie auf einen alten, mit einem ebenso alten Mühlenstein zugedeckten Wasserbrunnen gestoßen. Der Brunnen wurde später auch der Namensgeber der Galerie.

Schlossmühle nach der Restaurierung.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gedicht von Joanna Zelent

Die Dichterin Joanna Zelent hat sogar den Ereignissen, die ich oben beschrieben habe, ein Gedicht gewidmet.

Als ich letztes Jahr zu Besuch in Krapkowice war, blieb die Galerie „Studnia“ für mich noch Verborgen. Über ihre Existenz habe ich erst von Kornelia Pradela-Sedzicka erfahren, auf die ich zufällig bei Facebook gestoßen bin.

Als ich Ihre Arbeiten zum ersten Mal gesehen habe, waren mir sofort die herausragenden, handwerklichen Fähigkeiten aufgefallen.
Die künstlerische Vielseitigkeit und Liebe zum Detail zeichnen die Ausnahmekünstlerin aus.
Ich kannte Kornelia, die in der Kunstszene als Nella bekannt ist, schon viel früher, als ich noch ein Kind und ein Heranwachsender war. Die Bekanntschaft war aber eher ziemlich flüchtig. Nach meiner Ausreise aus Polen haben wir uns für weitere lange 34 Jahre völlig aus den Augen verloren. Sie hat sich in all den Jahren zu einer bekannten Künstlerin entwickelt, mit vielen Auszeichnungen und gewonnenen Preisen. Sie war auch, nachdem ich meinen Besuch in meiner Heimat angekündigt habe, diejenige, die mich für eine Tasse Kaffee in die Galerie eingeladen hat.

 

Ich wäre natürlich nicht ich, wenn ich der Einladung nicht gefolgt wäre. Mein Besuch hat sich auch richtig gelohnt, denn zum Kaffee gab's noch einen leckeren, von Nella selbstgemachten Erdbeerkuchen.

Die Galerie selbst, mit den außergewöhnlichen Räumlichkeiten die einen eher an ein altes Schloss erinnern, sowie die Fotos, vielfältige Arten der Handarbeit, gestickten und gemalten Bildern, gespickt mit historischen Alltagsgegenständen hat bei mir einen sehr begeisternden Eindruck hinterlassen. Zu verdanken ist das den 15 Mitgliedern der Vereinigung.

Ich habe im Jahr 2015 das große Glück, drei von ihnen kennenzulernen.

Mein Wunsch für das Jahr 2016 ist, jedem einzelnen persönlich die Hand zu drücken.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                         Kornelia Pradela-Sedzicka


 

Zusätzlich finden dort zahlreiche Poesie-Abende und Vorlesungen statt. Auch Kunst- Ausstellungen der geladenen Künstler aus der weiten Umgebung sind keine Seltenheit.

Ich bin stolz auf meine kleine Stadt. Stolz bin ich auch auf die Bekanntschaft mit Zbigniew Majewski, der sich auf der Landesebene und der internationalen Kunstbühne einen Namen gemacht hat.

Ich habe Zbyszek und seine Frau Grazyna, die ebenfalls eine sehr begabte Künstlerin ist, am nächsten Tag in der Galerie angetroffen und durfte die beiden bei einer Tasse Kaffee und nettem Gespräch näher kennenlernen. An dem Tag habe ich auch meine Fotos von den Räumlichkeiten der Galerie gemacht. Anschließend sind wir der Einladung von Herrn Wojtas, gefolgt und haben den Abend bei einem gepflegten Bierchen in seinem Mühle-Restaurant ausklingen lassen.

An diesem Abend haben wir uns alle nicht träumen lassen, was am nächsten Morgen Wirklichkeit wurde.
Beata Bomba und Zbigniew Majewski sind in einer Volksabstimmung, die von „Nowa Trybuna Opolska“ (NTO) organisiert wurde, zu Menschen des Jahres gekürt worden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

          Grazyna Majewska

  

 

 

 

 

 

 

 

 

  

              Zbigniew Majewski



Am 19.6.2015. um 13 Uhr hat in Kluczborg die Ehrung der Gewinner stattgefunden

Zu verdanken war der Erfolg der Teilnahme beider an einem unvorstellbar grossen Projekt der Stiftung für die Unterstützung der Kultur, Kunst und der Tradition für Kunsthandwerk unter dem Namen der St. Königin Jadwiga.

Die 78 freiwilligen Künstler aus zahlreichen Städten des Landes, haben mit der Methode der Kreuzstich-Stickerei, in 22 Monaten das Replikat eines berühmten Bildes „Jan III Sobieski bei Wien“ vom berühmtesten polnischen Maler aus dem 18. Jahrhundert, Jan Matejko, fertiggestellt.

Es muss auf dieser Stelle erwähnt werden, dass Zbigniew Majewski als einziger Mann an dem Bild mitgestickt hat. Das Original, ein Ölgemälde auf Leinwand, hängt im Vatikanmuseum.
Das mühevoll gestickte Replikat in der imposanten Größe von 458 x 894 cm. befindet sich zur Zeit auf Reise durch ganz Polen.

 

Die Enthüllung des Bildes hat am 18.10.2014 auch in Krapkowice, in dortigem Kulturhaus stattgefunden wo es bis 31.10.2014 bestaunt werden durfte. Da ich in diesen Tagen leider nicht dabei seien konnte, habe ich auch kein Foto der gestickten Version machen können.


Beata Bomba und Zbigniew Majewski bei der Enthüllung des Bildes in Krapkowice. Foto: Jan Bomba
Beata Bomba und Zbigniew Majewski bei der Enthüllung des Bildes in Krapkowice. Foto: Jan Bomba

Dieses Bild hier habe ich von einem Flyer abfotografiert und es stellt in der Tat schon das Replikat dar.

"Jan III Sobieski bei Wien"-Gestickte Version.  Foto: Jaroslaw Miernik
"Jan III Sobieski bei Wien"-Gestickte Version. Foto: Jaroslaw Miernik

Bildbeschreibung:

 

Das Muster besteht aus 50 Teilen

Bildgröße: 458 x 894 cm

Anzahl der gestickten Kreuze: 9,5 Millionen

Umfang des Musters: 4.000 Seiten DIN A4 in 50 Bänden

Die theoretische Länge des verbrauchten Fadens: 178 km

Vorbereitungszeit für die Arbeiten: 12 Monate

Verwendete Zeit für die Stickarbeiten: 22 Monate

Zeit für die Entstehung des Musters: 3 Monate

Verwendete Zeit für die Stickerei: 70.000 Stunden

Jan Alojzy Matejko (1838-1893) war ein polnischer Maler patriotischer Historiengemälde.

Er gilt als der bedeutendste Historienmaler Polens.

 

Werke wie:

Bitwa pod Grunwaldem-1887 (Die Schlacht bei Grunwald)

Stanczyk-1862

Kazanie Skargi-1864 (Skargas Predigt)

Hold Pruski-1880, 1882 (Die Preußische Huldigung)

Jan III Sobieski pod Wiedniem-1883 (Jan III Sobieski bei Wien), gehören zu den bedeutsamsten Gemälden des Malers in Polen.

Galerie "Studnia" 2015



Galerie "Studnia" 2017

Nach zweijähriger Pause, habe ich dieses Jahr, mit viel Freude meinem Geburtsort einen Besuch erstattet. Ich habe mich dieses Mal besonders auf die Stadt und vor allem auf die Galerie „Studnia“ sehr gefreut. So wie der Zufall es manchmal spielt, waren Grażyna und Zbyszek Majewski die ersten Bekannte die mir am nächsten Tag nach der Ankunft in der Innenstadt über den Weg liefen. Es hat mich sehr gefreut. Nach kurzem Gespräch, haben wir uns ganz spontan zu spätem Nachmittag für eine leckere Tasse Kaffee in der Galerie verabredet.

Die Verabredung selbst, was auch nicht anders zu erwarten war, verlief bei sehr angenehmer Atmosphäre und der Kaffee schmeckte wie immer vorzüglich. Die Begehung der Galerie und das Abfotografieren der Räume gehörten selbstverständlich zur Pflicht. Mit dabei war auch der Künstler Jerzy Zyła, der bei seinen künstlerischen Skizzen gerne Bleistift, Kohle, Pastell oder auch die Tinte-Technik anwendet. Ein sehr angenehmer Zeitgenosse mit dem ich mich auf Anhieb sehr gut verstanden habe.

Von links: Zbyszek Majewski, Grażyna Majewski, Jerzy Zyła.
Von links: Zbyszek Majewski, Grażyna Majewski, Jerzy Zyła.

 

Kunsterziehung, Keramik und Grafik sind die Domänen von Małgorzata Pacion. Die Begegnung mit Ihr war leider nur sehr kurz. Da sie an dem Tag sehr in Eile war, konnten wir uns nur ein wenig über Ihre künstlerische Aktivitäten unterhalten. Das obligatorische Foto von Ihr wollte ich mir aber nicht entgehen lassen.

 

Małgorzata Pacion.
Małgorzata Pacion.

Fotos von der Galerie